Kamerun, Nothilfe und Wiederaufbau

Nothilfe und Wiederaufbau in Kamerun

Projektsumme: CHF 450'000
Projektnummer: 134.1003

Seit Herbst 2016 eskaliert eine Auseinandersetzung zwischen der kamerunischen Zentralregierung und der anglophonen Bevölkerung im Westen des Landes. Der Konflikt zwingt Menschen zur Flucht, ganze Regionen sind entvölkert. Nach offiziellen Angaben der Vereinten Nationen leben 400‘000 bis 500‘000 Flüchtlinge ohne Schutz und Obdach in den Wäldern und im Grasland der Südwest- und der Nordwestregion Kameruns oder auch im städtischen Umfeld von Bamenda oder Buea. Mindestens weitere rund 40‘000 Menschen sind ins benachbarte Nigeria geflohen.

Die kamerunischen Kirchen haben grosses Potential zur Eindämmung des Konflikts und zur Unterstützung der notleidenden Menschen, da sie in der Bevölkerung verankert und akzeptiert sind. Das Nothilfe- und Wiederaufbauprojekt von Mission 21 nutzt dieses Potential zum Aufbau eines umfassenden, nachhaltigen humanitären Hilfsprogramms.

Hintergrundinformationen

Die Kirchen und die Zivilgesellschaft nehmen in der Bearbeitung des Konflikts in Kamerun eine zentrale Rolle ein: Sie treten für die entrechtete anglophone Bevölkerung ein und wirken als treibende Kräfte im Bereich der humanitären Hilfe. Jedoch fehlt es ihnen an Nachhaltigkeit und Professionalität sowie an einem gemeinsamen koordinierten Vorgehen. Vor diesem Hintergrund hat Mission 21 in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und dem IKRK ein ökumenisches Nothilfe und Wiederaufbauprogramm in Kamerun lanciert, um der notleidenden Bevölkerung umfassende und nachhaltige Hilfe zu leisten. Damit wird das kirchliche Engagement professionalisiert, Einzelaktionen werden zu einem synergetischen Ganzen ergänzt und koordiniert, und es wird sichergestellt, dass Hilfe zuverlässig und nachhaltig dort ankommt, wo und wie sie am meisten gebraucht wird. 

Beteiligt sind neben den Vereinten Nationen (UNOCHA) die langjährige Partnerorganisation Presbyterian Church in Cameroon (PCC), das IKRK, der Verband baptistischer Kirchen in Kamerun (CBC), das Youth Outreach Programm YOP sowie weitere zivilgesellschaftliche Organisationen.

 

Projektziele

In einer ersten Phase liegt der Fokus des Programms auf überlebenswichtiger Nothilfe in Form von Nahrungsmittelhilfe, medizinischer Betreuung sowie der Ausgabe von Zelten, Decken, Hygieneartikeln etc (sogenannte Non-Food Items). Dies geschieht durch Projektteams vor Ort, die Zugang zu den meist in informellen Lagern von im Wald lebenden Flüchtlingen haben.

In einer zweiten Phase wird wo immer möglich Wiederaufbauhilfe geleistet werden (Baumaterial, Werkzeug, Saatgut etc), damit Menschen die Möglichkeit erhalten, wieder ein eigenständiges Leben für sich und ihre Familien aufzubauen.

Zielgruppe

Die humanitäre Hilfe des Nothilfe- und Wiederaufbauprogramms von Mission 21 zielt insbesondere auf Frauen und Kinder, die vom laufenden Konflikt am meisten betroffen sind.

Geographischer Fokus

Auf der Basis der aktuellen Erhebung der Vereinten Nationen engagiert sich Mission 21 in Kameruns Nordwest- und Südwestregion, insbesondere in der Boyo, Momo und Ngoketunjia Division (Nordwesten) sowie der Fako, Lebialem, Manyu, Meme und Ndian Division (Südwesten). Je nach der weiteren Entwicklung des Konflikts und der humanitären Situation kann sich auch der Fokus des Hilfsprogramms im Laufe der Zeit verschieben.

Projektbilder