Corona Update: Bolivien

Das Gesundheitssystem in Bolivien ist sehr prekär. Es mangelt beinahe an allem: Krankenbetten für die Intensivpflege, Fachpersonal und Sicherheitsausrüstungen. Die dreimonatige Quarantäne hat vor allem die unterprivilegierten Gesellschaftsschichten hart getroffen. Dazu gehört insbesondere die indigene bäuerliche Gemeinschaft, die ohnehin stark von Diskriminierung betroffen ist. Das schreibt Mercedes Vargas Apaza in ihrem Bericht. Sie setzt sich gemeinsam mit Mission 21 für die indigenen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein.

Bolivien zählt aktuell 28‘000 Infektionen durch Covid-19 und mehr als 800 Tote. Doch zahlreiche Betroffene fehlen in der Statistik, weil sie zu Hause gestorben sind und keine Tests gemacht wurden. Die Friedhöfe sind überfüllt und Krankenhäuser verweigern teilweise Patienten aus Angst vor einer Ansteckung und wegen mangelndem Schutzmaterial.

Steigende Gewalt an Frauen

Die Partnerorganisation Machaca Amawta wird von Mission 21 unterstützt. Sie setzt sich vor Ort unter anderem für die Stärkung von indigenen Frauen ein und gegen Diskriminierung und Gewalt. Diese Unterstützung wird zurzeit noch dringender benötigt, da in der Corona-Krise die Zahl der Fälle von häuslicher Gewalt angestiegen ist. Eine Studie ergab zudem, dass mehrheitlich Frauen ihren Arbeitsplatz verlieren.

In der bolivianischen Bevölkerung herrschen Angst und Unsicherheit. Diese Gefühle sind auch bei Mercedes Vargas Apaza präsent, verstärkt noch durch die sozialen Einschränkungen. Doch die digitalen Möglichkeiten helfen, diesem Gefühl der Isolation ermutigend zu begegnen und sich gegenseitig zu unterstützen und Mut und Hoffnung zuzusprechen.

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