Internationale Frauen-Vorsynode mit Stabsübergabe

Mit der Frauen-Vorsynode startete Mission 21 die diesjährige Synodenwoche. Die Frauen-Vorsynode fand erstmals vorwiegend digital statt. Und sie markierte einen Wechsel: Als Nachfolgerin von Josefina Hurtado wurde Dr. Barbara Heer offiziell als neue Leiterin der Stabsstelle Frauen und Gender vorgestellt.

Das Frauennetzwerk von Mission 21 traf sich am Mittwoch, 9. Juni 2021, Corona-bedingt im virtuellen Raum. Nur wenige Personen waren tatsächlich im Missionshaus präsent. Umso eindrücklicher war, dass sich auf den Bildschirmen zahlreiche Frauen aus vier Kontinenten versammelten. Das internationale Netzwerk von Mission 21, das sich weltweit für Gender-Gerechtigkeit einsetzt, ist in den letzten Jahren stetig gewachsen.

Josefina Hurtado hat in den acht Jahren ihrer Leitung der Fachstelle Frauen und Gender das Netzwerk immer weiter geknüpft, neue Instrumente und Aufgaben eingeführt, um Frauen-Menschenrechte in den Partnerländern breiter verankern zu können.

Barbara Heer übernimmt Leitung
Barbara Heer erhielt bei der Amtsübergabe symbolisch das T-Shirt "I walk with...", das in den vergangenen Jahren jeweils von einer Aktivistin aus einem der Partnerländer getragen wurde. Das T-Shirt symbolisiert den Weg hin zu mehr Gendergerechtigkeit, den man nicht allein gehen muss, sondern bei dem viele andere mithelfen, die Herausforderungen auf diesem Weg gemeinsam zu tragen.

Jochen Kirsch, Direktor von Mission 21, hat bei der Begrüssung der Teilnehmenden den Wandel in der Arbeit der Stabsstelle angesprochen. Neu soll Gender-Gerechtigkeit insbesondere mittels Gender Mainstreaming angegangen werden. In allen Projekten im globalen Süden sowie den Bildungsprogrammen von Mission 21 in der Schweiz soll dies noch stärker verankert werden.

Herausforderungen in den Partnerländern
Aus den verschiedenen Partnerländern berichteten die Vorsitzenden für Frauen- und Genderarbeit dann über die aktuellen Herausforderungen, Rückschläge und Fortschritte in Bezug auf die Gender-Gerechtigkeit.

Die Corona-Pandemie hat weltweit zu einer Verschlechterung der Stellung von Frauen geführt. Insbesondere die häusliche Gewalt hat massiv zugenommen. In Indonesien haben zudem viele Frauen ihre Arbeit verloren, weil Fabriken geschlossen werden mussten. Auch in Lateinamerika gibt es mehr Menschen, die von extremer Armut betroffen sind. Die Betroffenen sind vor allem Frauen und Kinder.

Unermüdlicher Einsatz
In Asien haben unsere Partnerorganisationen Soforthilfe geleistet, Advocacy Workshops und Trainings organisiert mit dem Fokus auf mentale und reproduktive Gesundheit sowie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Frauennetzwerken verstärkt.

Unsere Partner in Afrika haben über Workshops und Trainings die Teilnehmenden auf Genderdiskriminierung sensibilisiert und Frauen über ihre Rechte aufgeklärt. Die Verheiratung junger Mädchen hat während der Pandemie zugenommen und die Ungleichheit in Bezug auf die Schulbildung verstärkt.

In Lateinamerika leisten unsere Partnerinstitutionen Unterstützung und Beratung für Frauen, die sich in schwierigen Situationen befinden. In Workshops werden Frauen ermutigt, die Diskriminierung zu thematisieren und ihre Stimme zu erheben. Denn die Gewalt gegen Frauen hat System. Frauen sollen daran gehindert werden, über ihre Erlebnisse zu berichten.

Aufgaben in der Schweiz
Auch in der Schweiz gibt es noch einiges zu tun. Gerade auch in der Kirche ist in Sachen Gleichstellung die Arbeit nicht zuende. Auch hier hat die Pandemie Gleichstellungsbestrebungen zurückgeworfen, unbezahlte Care-Arbeit und Lohnungleichheit sind nach wie vor ungelöste Probleme.

Das Netzwerk engagierter Frauen und Männer, die sich für Gender-Gerechtigkeit einsetzen, wird weiterwachsen. Diese Zuversicht nahmen alle mit - trotz vieler Rückschläge und grosser Herausforderungen. Barbara Heer betonte deshalb zum Abschluss dieser Frauen-Vorsynode: "Nur gemeinsam kann diese wichtige Arbeit der Stabsstelle Frauen und Gender weitergeführt werden".

Text und Foto: Meret Jobin

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