Zukunftsweisendes Gesetz zum Schutz von Frauen in Indonesien verabschiedet.

Nach jahrelangen Beratungen hat das Parlament in Indonesien am 12. April 2022 ein Gesetz zur Bekämpfung sexueller Gewalt verabschiedet. Für Indonesien, das Land mit der grössten muslimischen Bevölkerung weltweit, ist das ein grosser Schritt in die Zukunft.

Seit 2015 setzt sich Mission 21 zusammen mit ihren Partnern, dem reformierten Kirchenbund in Indonesien (PGI), dem Netzwerk der Theologinnen in Indonesien (PERUATI), der Pasundan Kirche (GKP) und dem kirchlich geführten Frauenhaus „Durebang Center“ für die Beseitigung von sexueller Gewalt in Indonesien ein. Sei dies in Form von Advocacy-Arbeit, Bildungsförderung, Sensibilisierungskampagnen für die Öffentlichkeit oder Nothilfe für Frauen, die Gewalt erlebt haben.

Nach jahrelangen Beratungen hat das Parlament in Indonesien nun ein Gesetz zur Bekämpfung sexueller Gewalt verabschiedet. Dabei werden künftig sowohl physische als auch nicht-physische Gewalt als Straftat behandelt. Gleiches gilt für sexuelle Belästigung im Netz, Zwangsverhütung, Zwangssterilisation, Zwangsheirat und sexuelle Sklaverei. Den Tätern drohen hohe Entschädigungszahlungen und bis zu 15 Jahren Gefängnis.

„Mission 21 hat zusammen mit ihren Partnern vor Ort eine aktive Rolle in der Advocacy-Arbeit gespielt. In Indonesien arbeiteten wir mit der Nationalen Kommission für Gewalt gegen Frauen, der Regierung, dem Forum der Dienstleistungsanbieter (Indonesia Forum Pengada Layanan) und dem Netzwerk der Zivilgesellschaft zusammen. Schließlich trug unser langer Kampf Früchte: Am 12. April 2022 wurde der Gesetzentwurf über das Verbrechen der sexuellen Gewalt im Gesetz über das Verbrechen der sexuellen Gewalt verabschiedet“, sagte Karmila Yusup, Sektorkoordinatorin für die Überwindung sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt bei Mission 21 und Pfarrerin der Partnerkirche GKP in Bandung.

Durch die Pandemie hat sich das Problem von häuslicher Gewalt verschärft. Auch finden seit Pandemiebeginn dreimal mehr Zwangsverheiratungen statt. Viele Betroffene verschweigen bisher die Taten, weil Möglichkeiten fehlten, den Täter anzuklagen.

Mission 21 setzt sich weiter für eine gewaltfreie Zukunft für Frauen in Indonesien ein und stellt in der diesjährigen Kampagne „Dank Bildung bestimmen wir unsere Zukunft selbst“ die Wichtigkeit von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ins Zentrum ihrer Arbeit. 

► Kampagne 2022 „Dank Bildung bestimmen wir unsere Zukunft selbst“ 
► Zum Projekt „Hilfe für gewaltbetroffene Frauen in Asien“
► Bericht in der Aargauer Zeitung
► Spenden Sie hier für unsere Bildungsarbeit in Indonesien