Guliba Florence Hakim
Koordinatorin Südsudan
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Projektnummer: 179.1022
Die Kinder- und Müttersterblichkeit im Südsudan ist extrem hoch. Im Land herrschte über Jahre Bürgerkrieg. Mütter und Kinder erhalten keine oder nur sehr geringe Unterstützung. Vor diesem Hintergrund ist die Hebammenschule unserer Partnerorganisation Presbyterian Relief and Development Agency (PRDA) zentral. Die Absolventinnen sind fachlich gut ausgebildet. Die angehenden Hebammen werden in Geburtshilfe, Anatomie und Physiologie unterrichtet, dazu in Englisch, Mathematik und Erster Hilfe. In jährlichen Praktika in einem Spital wenden die Schülerinnen ihr Wissen in der Praxis an.
Laut UNICEF sterben im Südsudan 62 von 1000 Babys in ihrem ersten Lebensjahr. Zum Vergleich: In der Schweiz sind es vier von 1000 Kindern (Stand 2018).
Der Bedarf an ausgebildeten Hebammen ist daher gross. Die Hebammenschule unserer Partnerorganisation PRDA wurde 2005 in der Stadt Leer gegründet. Im Frühjahr 2014 siedelte die Schule wegen des Bürgerkriegs nach Nordkenia um. Im Jahr 2022 wurde der Bau der Hebammenschule in Juba begonnen. Im Jahr 2023 konnte die neugebaute Schule in Juba dann endlich eröffnet werden.
Im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung werden dort qualifizierte Hebammen geschult, die Frauen während der Schwangerschaft und Geburt begleiten, Probleme vorbeugen und Komplikationen behandeln. Ganz grundsätzlich besteht im Südsudan die Nachfrage nach Ausbildungen im Gesundheitsbereich. Wichtig sind auch Präventionsaktivitäten, unter anderem Impfungen, um die Verbreitung von Krankheiten zu verringern. Die ausgebildeten Hebammen informieren Frauen zum Thema der reproduktiven Gesundheit.
Durch das Projekt werden professionelle Hebammen ausgebildet. Sie betreuen Frauen in der Schwangerschaft sowie während und nach der Geburt und ermöglichen den Neugeborenen einen guten Einstieg ins Leben.
Das Projekt hat zum übergeordneten Ziel, Mütter und Kinder zu unterstützen. Die ausgebildeten Hebammen versorgen Frauen im gebärfähigen Alter mit Wissen betreffend Hygiene sowie in Fragen der reproduktiven Gesundheit und Familienplanung. Gleichzeitig haben Frauen und Säuglinge einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.
Das Projekt kommt der breiten Bevölkerung im Südsudan zugute, da die Hebammen nach Abschluss ihrer Ausbildung im Gesundheitssektor bleiben und entweder bei der internationalen Organisation «Community Midwives» unterrichten oder weiterstudieren. In jedem Fall kommt es Frauen in ganz Südsudan zugute, sei es in Lagern für interne Vertriebene oder auch in Geflüchtetenlagern ausserhalb des Landes, wo ebenfalls ein grosser Bedarf an ausgebildeten Hebammen besteht. Die Presbyterian Relief and Development Agency (PRDA) rekrutiert Schülerinnen aus allen Regionen des Südsudans, unabhängig von Ethnie oder Religion.
Im Jahr 2025 konnte unsere Partnerorganisation weitere Ausbauten am 2023 eingeweihten Schulgebäude in Juba ausführen. Eingerichtet wurden Wasserstationen zum Waschen, ein Lager für die Küche und ein Sicherheitsraum. Das Haupttor wurde erneuert und das Schulgelände gepflästert. Die Schule konnte 59 Studierende im Internatsbetrieb unterbringen und verpflegen. Zudem konnte ein Schulbus mit 32 Sitzplätzen angeschafft werden.
Besonders erfreulich ist die Anerkennung der Schule im Land. Das Gesundheitsministerium des Südsudans akkreditierte und zertifizierte die Schule. Die Hebammenschule unterzeichnete Vereinbarungen mit Partnerkrankenhäusern, um die klinische Ausbildung der Studierenden zu sichern.
Bei der nationalen Abschlussprüfung 2025 bestanden 55 von 59 Studierenden; die vier verbleibenden konnten eine Zusatzprüfung absolvieren. Die 59 Absolventinnen erhielten am 12. Dezember 2025 ihr Diplom an der Abschlussfeier; sie leisten künftig einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der nach wie vor ausserordentlich hohen Mütter- und Kindersterblichkeit im Land.
Für die Weiterentwicklung fokussieren die Projektverantwortlichen auf zwei Punkte: die Auswahl der neuen Studierenden soll gemeinsam mit lokalen Kirchen noch transparenter gestaltet werden. Und die enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium zur Einhaltung festgelegter Richtlinien hat sich bewährt und wird weitergeführt.

CHF 189’000
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