Kamerun, Gesundheit

Gesundheitsversorgung und HIV-Prävention im ländlichen Raum

Projektnummer: 134.1029

Die Gesundheitsdienste der Presbyterianischen Kirche in Kamerun (PCC), Partnerkirche von Mission 21, sichern die medizinische Grundversorgung für die vorwiegend ländliche, benachteiligte Bevölkerung. Das Spital Manyemen behandelt Menschen stationär oder in eigenen Polikliniken. Aufgrund der politischen Krise in den anglophonen Regionen bekommen viele Binnenflüchtlinge dort Hilfe. Zudem setzt sich die PCC für Menschen ein, die mit HIV leben. Zusammen mit der Frauengruppe Aid International – Christian Women of Vision (AIChrisWoV) bietet die PCC medizinische Behandlung und kämpft für die Rechte von Menschen mit HIV. Witwen werden durch Einkommensförderungsmassnahmen unterstützt. Waisen erhalten Schulbildung und medizinische Versorgung.

Hintergrundinformationen

Die staatlichen Gesundheitsdienste in Kamerun sind schwach ausgebaut. Sie beschränken ihre Tätigkeiten vor allem auf die Städte. Ein Schwerpunkt des Projekts ist deshalb die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Gebieten. Die PCC führt das Spital Manyemen, ausgebaut zu den „Medical Institutions Manyemen“. Dort werden akut und chronisch kranke Patienten – etwa mit Tuberkulose, Lepra und dem HI-Virus – behandelt und beraten. Offiziell leben derzeit 4,5 Prozent der Bevölkerung Kameruns mit HIV. Die Frauengruppe AIChrisWOV und die PCC bieten Hilfe und Solidarität für diese Menschen. Sie kümmern sich um Angehörige Verstorbener, besonders Witwen und Waisen. Frauen und Mädchen sind stark betroffen, da sie weniger Möglichkeit haben, sich zu schützen. Rechtsberatung, Fortbildung und Einkommensförderung helfen, wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen und reduzieren das Infektionsrisiko. Kindern und Jugendlichen, die ihre Eltern wegen Aids verloren haben, wird ein neues Zuhause und damit eine Zukunftsperspektive vermittelt. Die politische Krise im anglophonen Teil Kameruns verschärft die Probleme. Die Angebote der Gesundheitsarbeit richten sich auch an Binnenflüchlinge.

Projektziele

•  Verbesserung der medizinischen Grundversorgung auf dem Land

•  Aufklärungsarbeit

•  Beiträge zum Lebensunterhalt und zur medizinischen Behandlung von Menschen, die mit HIV leben sowie Kampf gegen ihre Diskriminierung und Stigmatisierung

•  Aus- und Weiterbildungsmassnahmen sowie Rechtsberatung für Menschen, die von HIV betroffen sind, insbesondere für Witwen und Waisen

•  Verringerung der Zahl der Neuinfektionen durch Aufklärungs- und Bildungsarbeit

•  Einbezug von Binnenflüchtlingen

Zielgruppe

Das Projekt konzentriert sich auf die ländliche und benachteiligte Bevölkerung im Südwesten Kameruns. Seit der Eskalation der politischen Krise in den anglophonen Regionen 2016 kümmert sich das Spital Manyemen auch um Binnenflüchtlinge.  EineTeilzielgruppe sind Menschen, die mit HIV leben, insbesondere Witwen und Waisen. Ausserdem werden Menschen weitergebildet, die Aufklärungsarbeit leisten, etwa das Gesundheitspersonal und Multiplikatoren wie Pfarr- und Lehrpersonen.

Aktivitäten

•  Kontinuierliche Aus- und Weiterbildung des medizinischen und technischen Personals

•  Aufklärungs- und Bildungsarbeit im Rahmen sämtlicher kirchlicher Arbeitsfelder: in der Männer-, Frauen- und Jugendarbeit, an allen Schulen und Ausbildungsstätten, in der Erwachsenenbildung und im Gesundheitswesen

•  Öffentlichkeits- und Advocacy-Arbeit, mit dem Schwerpunkt Beendigung der Stigmatisierung von Menschen mit HIV

•  HIV-Tests und Beratung, Seelsorge, kostenlose Abgabe von antiretroviralen Medikamenten, häusliche Pflege und Unterstützung von Selbsthilfegruppen

•  Einkommensschaffende Massnahmen für Jugendliche und Frauen

•  Einbezug von Binnenflüchtlingen in alle Massnahmen

Projektfortschritt

In der vergangenen Projektphase stand die Instandhaltung der Infrastruktur des Spitals Manyemen im Zentrum. Nun liegt der Schwerpunkt auf guter und verlässlicher medizinischer Grundversorgung, insbesondere im ländlichen Bereich. Dadurch leistet dieses Projekt für die Menschen in Kamerun wichtige Hilfe, gerade auch für Binnenflüchtlinge in der gegenwärtigen Krise. Das HIV-Programm der PCC entwickelt seit seiner Aufnahme passende Strategien für den Umgang mit HIV. In der vergangenen Projektphase wurden zahlreiche Aktivitäten in Gesundheitsinstitutionen, Schulen und Gemeinden durchgeführt. Der Fokus der HIV-Arbeit liegt weiterhin auf der Prävention. Es geht im Projekt auch darum, Personen, die mit HIV leben, zu unterstützen, sie zu beraten, psychologisch zu betreuen und sie in die Gemeinschaft einzubinden.