Jacqueline Brunner
Teamleitung Kirchliche Partnerschaften
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Projektnummer: 162.1007
Die Friedensförderung in Nigeria ist nötiger denn je. Der Terror der islamistischen Gruppe Boko Haram im Nordosten und gewalttätige Konflikte zwischen verschiedenen religiösen Gruppen in Zentral-Nigeria – ein durch den Klimawandel befeuerter Konflikt zwischen Viehzüchter*innen sowie Bäuerinnen und Bauern – bringen Leid über Millionen von Menschen und stören das Verhältnis zwischen Christ*innen und Muslim*innen im ganzen Land nachhaltig. Darum treiben Mission 21 und ihre Partnerorganisationen und -kirchen die Friedensförderung voran: durch den Aufbau von interreligiösen Dialogforen, Sensibilisierungskampagnen, psychosoziale Begleitung von Gewaltbetroffenen und friedensfördernden Schulungen.
Dieses Projekt war Teil der Kampagne 2025, “Einstehen für eine friedliche Gesellschaft”, welche die Friedensförderung von Mission 21 in den Fokus rückte. Die aktuelle Kampagne 2026 widmet sich dem Thema “Gemeinsam gegen Gewalt” und dem Einsatz unserer Partnerkirchen und -organisationen gegen geschlechtsbasierte Gewalt.
Seit 2009 versetzt die islamistische Terrororganisation Boko Haram den Nordosten Nigerias mit gewalttätigen Angriffen, Entführungen und Bombenanschlägen in Angst und Schrecken. Daneben flammen die seit den 90er-Jahren bestehenden gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Fulani und sesshaften Bauernfamilien in Zentral-Nigeria immer wieder auf. Diese beiden Konfliktherde haben vor allem das Verhältnis zwischen Christ*innen und Muslim*innen im ganzen Land massiv beeinträchtigt. Im Zuge der Konflikte haben viele Menschen Freunde und Familienmitglieder verloren oder gar selbst Gewalt erlebt und sind traumatisiert. Die Wut über das Geschehene, die Unsicherheit und das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber anderen ethnischen und religiösen Gruppen ist dementsprechend gross. Die Situation wird weiter verschärft durch die schlechte Wirtschaftslage, die extrem starke Inflation und politische Machtkämpfe im Land. Unter diesen herausfordernden Umständen fördert Mission 21 mit ihren Partnerorganisationen und -kirchen den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft, um ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen. Zudem bietet sie der Bevölkerung Ausbildungen in Konfliktprävention und gewaltloser Konfliktbearbeitung an. Von Konflikten betroffene und traumatisierte Personen, insbesondere Jugendliche und verwitwete Frauen werden durch Berufsausbildungen in religiös und ethnisch gemischten Gruppen sowie durch psychosoziale Unterstützung gefördert.
Im Jahr 2025 fanden sieben Gemeinschafts- und interreligiöse Dialoge wie geplant mit LCGI statt, mit denen 600 Menschen erreicht werden konnten. Vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheit und von Konflikten entlang religiöser und ethnischer Grenzen ist es umso wichtiger, die Kommunikation aufrechtzuerhalten, Gerüchte zu vermeiden und das friedliche Zusammenleben zu fördern – auch auf der Ebene religiöser Führungspersönlichkeiten und spezifischer interreligiöser Gruppen. Frauen an der Basis werden als entscheidend angesehen. Advocacy-Besuche für Frieden und soziale Gerechtigkeit, Gemeinschaftsmediation für ein friedliches Zusammenleben als Teil der Katastrophenvorsorge (DRR) sowie Sensibilierungsmassnahmen gegen geschlechtsbasierte Gewalt (OSGBV) sind weiterhin Teil des Programms. Zudem wird das Pflanzen von Bäumen in der Gemeinde fortgeführt, zur Wiederaufforstung sowie als gemeinschaftsstiftende Massnahme.
2025 führte das Koordinationsbüro von Mission 21 auch das Kooperationsprojekt «Restorative Justice» fort. Im Rahmen dieses Projekts fand ein Workshop zum Thema Traumabehandlung und psychosoziale Unterstützung (MHPSS) für 56 Moderatorinnen und Moderatoren statt. Advocacy-Besuche in zwei Gemeinden schärften das Bewusstsein für Traumata in Konfliktsituationen. Das Thema individueller und kollektiver Traumata wird auch in absehbarer Zukunft sehr wichtig bleiben.
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