Samuel Imbach
Teamleiter und Programmverantwortlicher Asien
Tel. 061 260 23 46
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Projektnummer: 225.1007
Das Projekt hat zum Ziel, dass die Menschen in Indonesien friedliche und gleichberechtigte Beziehungen über Religionsgrenzen hinweg aufbauen, gemeinsam gewaltsamen Konflikten vorbeugen und fundamentalistische Gruppen entkräften können. Das Projekt fördert unter anderem interreligiöse Weiterbildungsangebote und Jugendbegegnungen, eine auf Toleranz und Vielfalt ausgerichtete Lehrkräfteausbildung sowie sogenannte Friedensdörfer. Konfessionsübergreifende Netzwerke und ihre Kampagnenarbeit auf lokaler wie nationaler Ebene tragen dazu bei, Konflikt- und Gewaltpotentiale einzudämmen und positive Beziehungen aufzubauen.
Kampagne 2025: “Einstehen für eine friedliche Gesellschaft”
Mission 21 lädt Kirchgemeinden ein, sich aktiv an der Kampagne 2025 zu beteiligen. Gemeinsam fördern wir Toleranz, Respekt und Gleichberechtigung – für eine nachhaltige und harmonische Zukunft.
Die in der Staatsverfassung Indonesiens verankerte Religionsfreiheit und das Staatsmotto «Einheit in der Vielfalt» propagieren den Pluralismus. Die Mehrheit der Muslim*innen praktiziert einen lokal geprägten, moderaten Islam. Allerdings hat die Intoleranz in der Bevölkerung zugenommen. Engstirnige oder unsensibilisierte Sichtweisen gegenüber anderen religiösen Gruppen sind in den sozialen Medien, in Predigten, in Veröffentlichungen sowie im öffentlichen und politischen Diskurs zu beobachten. Die Behörden befassen sich zu wenig mit dem Schutz der Rechte von Minderheitengruppen, einschliesslich muslimischer Minderheiten wie den Ahmadiyyah. Auch seitens religiöser Minderheiten, wie den Christ*innen, kommt es zu Radikalismen. In verschiedenen Regionen Indonesiens kommt es regelmässig zu Vorfällen, die mit Gewalt, Verfolgung und Unterdrückung von religiösen Minderheiten zusammenhängen. Ausserdem wird die Religion von antidemokratischen Kräften instrumentalisiert: Ex-Militärangehörige aus den Jahren der autokratischen Herrschaft Suhartos verbünden sich mit islamistischen Gruppierungen, um eigene politische Machtinteressen durchzusetzen. So wurde bereits 2017 der christlich-chinesische Gouverneur Jakartas wegen angeblicher Gotteslästerung Allahs verurteilt und entmachtet. Wahhabitisch-orientierte Bildungseinrichtungen und Moscheen stehen Toleranz und Pluralismus entgegen. Ihnen entspringen radikale Gruppierungen, welche mitunter auch zu terroristischen Mitteln greifen.
Insbesondere junge Menschen und Nachwuchsführungskräfte im Wirkungskreis unserer Partnerorganisationen sind befähigt, gewaltfreie und gleichberechtigte Beziehungen über ethnische und religiöse Grenzen hinweg aufzubauen, eigene interreligiöse Initiativen zu lancieren, gewaltsame Konflikte zu verhindern und in Gewalt- und Konfliktsituationen auf verschiedenen Ebenen das Gewaltpotenzial zu mindern.
Die Teilnehmenden der Aktivitäten werden von den sehr gut in der Gesellschaft verwurzelten Partnerorganisationen von Mission 21 ausgewählt. Es wird auf die Beteiligung aus verschiedenen Religionsgemeinschaften, insbesondere auch solchen, die nicht für Offenheit und Toleranz bekannt sind, und auf die spezielle Förderung von Frauen geachtet. Die vorherrschende patriarchale Kultur und ein konservatives Religionsverständnis führen oft dazu, dass die Involvierung von Frauen im öffentlichen Raum und den Projektaktivitäten landläufig als Tabu angesehen wird
Im Jahr 2025 stärkten die Partnerorganisationen die interreligiöse Zusammenarbeit in Gemeinden wie auch in städtischen Kontexten. Ein zentraler Höhepunkt war die dreitägige interreligiöse Expo in Banjarmasin (Kalimantan, Borneo), die viele Besucher*innen sowie Schulen, Glaubensgemeinschaften und kulturelle Gruppen zusammenbrachte. Die Veranstaltung zeigte eindrücklich, wie zugängliche, gemeinschaftsorientierte Räume Begegnungen erleichtern und Distanz zwischen unterschiedlichen Gruppen verringern.
Universitäten und zivilgesellschaftliche Organisationen weiteten Lernbesuche und Dialogformate aus. Dadurch konnten mehrere Hundert Studierende verschiedene religiöse Gemeinschaften direkt kennenlernen. Netzwerke interreligiös engagierter Frauen verbanden ökologische Themen, soziale Verantwortung und Alltagsfragen des Zusammenlebens und machten sichtbar, wie gemeinsame Anliegen Vertrauen fördern.
Die Arbeit mit jungen Menschen blieb ein Schwerpunkt. Ein neuer Jahrgang des interreligiösen Jugendcamps wurde mit starker Alumni‑Beteiligung durchgeführt und durch neu entwickelte Trainingsmaterialien unterstützt.
Auch die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden wurde weiterentwickelt. In Banjarmasin flossen Impulse aus Dialogen in die Überarbeitung einer Verordnung für mehr Toleranz ein. Zudem unterstützten Partnerorganisationen Gemeinden bei Fragen rund um Genehmigungen für Gebetsräume.
Mehrere Dutzend Betroffene religiös motivierter Gewalt erhielten psychosoziale oder rechtliche Unterstützung – mit Fokus auf Würde, Selbstbestimmung und respektvollen Umgang mit persönlichen Erfahrungen. Insgesamt trugen die Aktivitäten dazu bei, Räume der Begegnung, Jugendnetzwerke und alltagsnahe Dialogformate zu stärken.

CHF 137’000
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