Peru, Bildung

Alphabetisierungsprogramm

Projektnummer: 476.1019

Das Alphabetisierungsprojekt im südandinen Peru fördert insbesondere Frauen aus ländlichen Gebieten. Vermittelt werden formelle schulische Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Dazu kommen Kenntnisse in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung, Gesundheit und Frauenrechte. Zurzeit nehmen 95 Frauen aus sechs Weilern teil. Durch die Bildung erfahren sie mehr Respekt in Familie und Dorfgemeinschaft. Einige übernehmen inzwischen Leitungsfunktionen in verschiedenen Gremien und setzten sich aktiv für die Entwicklung ihrer Gemeinschaft ein. Das Projekt wird vom evangelischen Entwicklungsdienst «ALFALIT en el Perú» geführt. Die Organisation begleitet verschiedene Frauenförderungsprojekte.

Hintergrundinformationen

Die Primar- und Sekundarschulbildung in Peru ist heute zwar fast flächendeckend. Grosse Unterschiede bestehen aber zwischen den Geschlechtern sowie zwischen Stadt und Land. Bei Männern beträgt die Analphabetenrate vier Prozent, bei den Frauen sind es rund zehn Prozent. In ländlichen und indigen geprägten Andengebieten können besonders viele Frauen nicht lesen und schreiben.

Chupa ist ein ländlicher Distrikt des Departements Puno im Süden Perus. Weil es auf dem Land wenig Arbeit mit genügend Einkommen gibt, verlassen viele Männer ihre Familien, um in Bergwerken oder in der Stadt Arbeit zu suchen. Die Frauen übernehmen die Rolle des Familienoberhauptes. Ihre Arbeitsbelastung nimmt stark zu. Neben der Familie kümmern sie sich vermehrt auch um Landwirtschaft und Familieneinkommen.

Die Frauenmüssen sich zudem auch an der Entwicklung ihrer Gemeinde beteiligen können.Denn im Zuge des Demokratisierungsprozesses in Peru werden die Gemeinden stärker in politische Entscheidungsprozesse einbezogen. Gleichzeitig leiden aber vor allem indigene Frauen weiterhin an Exklusion, Diskriminierung und Bildungsmangel.

Projektziele

• Die Zielbevölkerung verfügt über eine bessere Allgemeinbildung (Lesen, Schreiben, Rechnen, digitale Kompetenzen). 

• Die Zielbevölkerung beteiligt sich aktiv an politischen Entscheidungsprozessen auf lokaler Ebene. Zum Beispiel ergreift sie bei Gemeindeversammlungen das Wort. Die Menschen sind in der Lage, ihre Anliegen klar zu äussern und machen Vorstösse.

Zielgruppe

Die Zielgruppe besteht aus 100 Personen(95 Frauen und fünf Männer)aus sechs Weilern des Distriktes Chupa im Departement Puno, Peru.

Aktivitäten

Vermittelt wird formelles schulisches Wissen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Dazu kommen Kenntnisse über landwirtschaftliche Produktion, Ernährung, Gesundheit und Frauenrechte. Das Alphabetisierungsprogramm wird auf Quechua und Spanisch durchgeführt und orientiert sich stark am Kontext und an der Kultur der Lernenden.

Projektfortschritt 2018

• 80% der Teilnehmenden setzen die erlernten mathematischen Kenntnisse im Alltag um.

• 80% der Teilnehmenden setzen das Gelernte im familiären Rahmen um. Ihre Kommunikationsfähigkeiten sind gestiegen, was auch eine Verbesserung der familiären Beziehungen zur Folge hat.

• Die Teilnehmenden beteiligen sich aktiv an der Gestaltung des Unterrichtes und beteiligen sich an der Planung der Lernziele und Lerninhalte.

• 60% der Teilnehmenden können nun ein Handy bedienen und damit Interviews mit anderen Frauen führen sowie aus den Interviews kleine Reportagen konzipieren.

• 75% der Teilnehmenden nehmen an öffentlichen Versammlungen teil und sind in der Lage, Vorstösse zu machen.

• 50% der Teilnehmenden können mit Behörden verhandeln.

• Zwei der von den Teilnehmenden erarbeiteten Projektvorschläge wurden an die politische Gemeinde gerichtet und gutgeheissen.

• 20% der Teilnehmenden üben öffentliche Ämter in der Bauerngemeinde aus (keine politischen Ämter).