Costa Rica, Bildung

Erwachsenenbildung: Im Einsatz für eine gerechtere Welt (DEI)

Projektnummer: 400.1005

Das Ökumenische Forschungs- und Ausbildungszentrum «Departamento Ecuménico de Investigaciones» (DEI) in San José arbeitet in den Bereichen Bildung, Forschung und Publikationen. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass Theologie mit anderen Wissensbereichen im Austausch stehen muss. In den Seminaren geht es um interdisziplinäre Fragestellungen aus Theologie, Ökonomie, Ökologie und Sozialwissenschaften. Das DEI richtet sich an Mitglieder kirchlicher Basisgruppen und vermittelt ihnen Fähigkeiten, durch die sie aktiv an sozialen Veränderungsprozessen teilnehmen können.

Hintergrundinformationen

In Lateinamerika formulierte die befreiungstheologische Bewegung in den 1960er Jahren die Forderung nach einer Kirche, die sich für die Armen und für die aus der Gesellschaft Ausgeschlossenen einsetzt. Dieser Gedanke wurde Ende des 20. Jahrhunderts auf Frauen, indigene und afroamerikanische Gruppen, Kleinbauern und Landlose ausgedehnt. Befreiungstheologisch orientierte Kreise der Kirche solidarisierten sich mit den sozialen Bewegungen und teilten die Überzeugung: Theologie soll sich nicht nur mit Bibel und Kirche beschäftigen, sondern muss in einem lebendigen Austausch mit Soziologie, Ökonomie und Anthropologie stehen. An diesem Punkt setzt die Arbeit des DEI an: Die Organisation engagiert sich für Mitglieder kirchlicher Basisgruppen, die in der Indigenen-, Jugend- oder in der Landlosenbewegung, bei den Bauernprotesten oder in der globalisierungskritischen Bewegung aktiv sind. Dabei berücksichtigt das DEI die politischen und ethischen Herausforderungen angesichts der verarmten und ausgegrenzten Bevölkerungsmehrheit Zentral- und Südamerikas.

Projektziele

Das DEI trägt mit seinen Bildungsveranstaltungen zu den Oberzielen des Kernthemas «Bildung» und des Arbeitsbereiches «Theologische Ausbildung» bei.

Oberziel Kernthema «Bildung»: Die Zielbevölkerung ist in ihren Kompetenzen gestärkt und befähigt, das Leben selbstbestimmt und eigenständig zu gestalten und gesellschaftliche Prozesse aktiv mitzutragen.

Oberziel Arbeitsbereich «Theologische Ausbildung»: Die Zielgruppe ist befähigt, sich auf ökumenischer Grundlage mit Themen des Glaubens und der Gesellschaft kritisch auseinanderzusetzen.

Zielgruppen

Das Projekt richtet sich an sozial engagierte Mitglieder von Gemeinden und von sozialen und kirchlichen Bewegungen Lateinamerikas, an Theologinnen und Theologen, Animatorinnen und Animatoren verschiedener Herkunft und an Forscherinnen und Forscher. Die inhaltliche Tätigkeit des DEI orientiert sich an den Ausgegrenzten des Kontinents. Der Fokus liegt auf Armutsbetroffenen, Frauen, Indigenen, Afroamerikanerinnen und Afroamerikanern und Jugendlichen. Indirekt gehören somit weite Teile der Bevölkerung Lateinamerikas zu den Begünstigten der Tätigkeit des DEI.

Aktivitäten

Mission 21 unterstützt zurzeit den sozio-theologischen Workshop und das Seminar «Lectura Popular de la Biblia». Ausserdem wird ein Beitrag an eine Dozentenstelle geleistet.

Der sozio-theologische Workshop stärkt bei den Teilnehmenden das kritische Bewusstsein und fördert eine Reflexion der Genderthematik. Er leistet einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung mit dem Ziel, die aktive Teilnahme an sozialen Veränderungsprozessen qualitativ zu verbessern.

Mit der Methode der «Lectura Popular de la Biblia» lernen die Seminar-Teilnehmenden, die Bibel in einer kritischen Art selber zu interpretieren. Sie ist ein wichtiges Instrument, um sich fundamentalistischen Strömungen in Politik, Gesellschaft und Religion zu widersetzen.

Projektfortschritt

Die Bildungsangebote des DEI erfreuen sich grosser Beliebtheit, oft gibt es mehr Interessenten und Interessentinnen als Studienplätze. 

Sozio-theologischer Workshop: An diesem Workshop nahmen 13 Frauen und 12 Männer aus 12 lateinamerikanischen Ländern am sozio-theologischen Workshop teil. 

Seminar «Lectura Popular de la Biblia»: 2018 nahmen 27 Personen, 17 Frauen und 10 Männer, aus 7 Ländern Lateinamerikas am Seminar teil. Fokus des Seminars waren die Genderthematik und die Diskussion über die religiösen Fundamentalismen in der Politik.