Samuel Imbach
Teamleiter und Programmverantwortlicher Asien
Tel. 061 260 23 46
► E-Mail
Projektnummer: 256.1004
In den ländlichen Gegenden Indonesiens und Malaysias lebt die indigene Bevölkerung bisher weitgehend von der landwirtschaftlichen Selbstversorgung. Mission 21 unterstützt besonders gefährdete Dorfgemeinschaften und Gruppen mit einem breiten Weiterbildungsangebot dabei, neue Einkommensquellen zu erschliessen und eigene Projekte umzusetzen. Weiter unterstützt Mission 21 gezielt benachteiligte Kinder und Jugendliche, insbesondere junge Frauen, mit Bildungsstipendien. Für viele Kinder und Jugendliche in ländlichen Gegenden ist eine qualitativ gute Bildung nicht selbstverständlich. Für weiterführende Schulen und Berufsausbildungen müssen sie in Distrikt- oder Provinzhauptstädte ziehen. Die Kosten sind dabei für viele Familien nicht zu bewältigen. In einigen Gegenden werden zudem Mädchen als Minderjährige verheiratet, gehen nicht weiter zur Schule oder erleben ausbeuterische Arbeitsverhältnisse, im Zuge von Arbeitsmigration zum Teil im Ausland. In Malaysia wird durch Mission 21 gezielt die Schulbildung von Kindern unterstützt, die aufgrund ihres als illegal definierten Status’ keinen Zugang zur Schule haben. Die Bildungsprogramme von Mission 21 ermöglichen neue Perspektiven und wirken der Armut und Ausgrenzung entgegen.
Mission 21 arbeitet in Indonesien (Papua und Nord-Kalimantan) und Malaysia (Sabah) mit fünf Partnerorganisationen zusammen und fördert Bildungsprogramme für benachteiligte Menschen in abgelegenen Gebieten.
Ein Grossteil der Bevölkerung in Indonesien und Malaysia lebt in Armut und Arbeitslosigkeit. Obwohl der Besuch der Grund- und Sekundarschule obligatorisch ist, besucht nur etwa die Hälfte der Kinder aus einkommensschwachen Familien eine weiterführende Schule. Viele Familien können sich aufgrund sozioökonomischer und geografischer Faktoren die Schulbildung ihrer Kinder nicht leisten. Zudem verfügen abgelegene ländliche Gebiete, einschliesslich der Projektgebiete von Mission 21 in Sabah, Nord-Kalimantan und Papua, im Vergleich zu städtischen und halbstädtischen Gebieten nur über begrenzte Bildungsstrukturen. Mission 21 unterstützt benachteiligte Kinder und Jugendliche mit Stipendien und Berufsbildungsprogrammen in ihrer Ausbildung. Ziel ist dabei auch die Stärkung der gesamten Gemeinschaft. Etwa durch die Rückkehr der jungen Menschen in ihre Communities, nach Abschluss ihrer Ausbildung. Ausserdem werden Weiterbildungsmöglichkeiten in den Dörfern gefördert.
Die Zuwanderung aus anderen Teilen Indonesiens hat schon früher zu interethnischen Spannungen geführt und wird auch in Zukunft eine grosse Herausforderung im Land darstellen. In Sabah, Malaysia, unterstützt Mission 21 die Schulbildung und Betreuung von Kindern von Arbeitsmigrant*innen, welche aufgrund ihres fehlenden Rechtsstatus’ keinen Zugang zu Schulbildung haben.
Insgesamt sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich sowie zwischen städtischen und ländlichen Gebieten deutlich, da die ländlichen Dörfer in staatlichen Entwicklungsprogrammen oft vernachlässigt werden. In den fokussierten ländlichen Regionen lebt die indigene Bevölkerung hauptsächlich von der Subsistenz-, Land- und Waldwirtschaft. Diese sind zunehmend bedroht von Abholzung, Bodenerosion und der Ausbreitung von Monokulturen, insbesondere Palmölplantagen. Auch die Umweltverschmutzung durch Kohle-, Erz- und Goldabbau sowie die Folgen des Klimawandels gefährden die Gesundheit der Bevölkerung. Mission 21 unterstützt daher mit verschiedenen Akteuren vor Ort Advocacy-Bemühungen im Interesse der indigenen Gemeinschaften.
Darüber hinaus führen bestimmte kulturelle Normen und Armut in Indonesien und Sabah zur Verheiratung von minderjährigen Mädchen und einer strukturellen Benachteiligung von Frauen in der Gesellschaft. Investitionen in die persönliche, geistige und wirtschaftliche Stärkung von Frauen haben zentrale Bedeutung für die Gleichstellung der Geschlechter, für die Beseitigung von Armut und für ein integratives Wirtschaftswachstum. Als Mütter, Haushaltsvorsteherinnen sowie Trägerinnen von Nachbarschaften und sozialen Netzwerken sind sie besonders wichtig, um gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken.
Die Partnerorganisationen von Mission 21 entwickeln gemeinsam mit der Zielbevölkerung Strategien, die zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der jeweiligen Projektregion beitragen.
Marginalisierte und besonders vulnerable junge Menschen, insbesondere junge Frauen, aus indigenen Gemeinschaften in abgelegenen Gebieten; indigene Gemeinschaften, die keine Einkommensquellen haben, denen es an Anbauflächen fehlt und die durch äussere Bedrohungen gefährdet sind. Sobald ein gewisses Mass an Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Zielgruppen erreicht ist, können die Projektaktivitäten auf andere Orte und Gruppen verlagert werden. Diese Strategie verringert das Risiko möglicher Reibungen innerhalb der Gemeinschaften. Gleichzeitig trägt sie zu einer schrittweisen Ausweitung der Projektaktivitäten bei, welche die Teilnehmenden gezielt einbezieht.
Direkte Projektteilnehmer*innen: 482
Indirekte Projektteilnehmer*innen: Mehr als 1’900
Entsprechend der Bedarfe und Potenziale der Zielgruppen führen unsere Partnerorganisationen in ihrem jeweiligen Kontext Aktivitäten in einem oder mehreren Wirkungsbereichen durch:
Im Jahr 2025 konnten die Partnerorganisationen den Zugang zu schulischer Bildung und beruflichen Weiterbildungen weiter verbessern. Viele Schüle*rinnen und Studierende konnten kontinuierlich im Bildungssystem bleiben oder in eine weiterführende Stufe wechseln – oft dank Stipendien und unterstützt durch lokale Lernbegleitung sowie eine enge Zusammenarbeit mit Schulen und Kirchen. Insgesamt konnten rund 640 Schüler*innen eine schulische Grundbildung besuchen. Rund 600 schlossen das Jahr erfolgreich ab, häufig mit mehr Zuversicht und Motivation, weil finanzielle und organisatorische Belastungen verringert wurden.
Auch die berufliche Bildung entwickelte sich weiter. Rund 440 Teilnehmende konnten praxisorientierte Trainings besuchen, rund 400 schlossen ab. Die Kurse vermittelten Wissen, das den lokalen Bedürfnissen angepasst war – etwa für ökologische Anbauweisen, die Gewinnung von Saatgut, sichere Verarbeitung von Lebensmitteln oder für einfache einkommensschaffende Tätigkeiten. Die Absolvent*innen wendeten ihre neuen Kenntnisse sowohl in privaten Haushalten als auch in gemeinschaftlichen Initiativen an.
In Sabah ermöglichten auch im Berichtsjahr die gemeinschaftsgetragenen Lernzentren Kindern ohne regulären Schulzugang einen Zugang zu Bildung. Deutlich über 700 Kinder konnten diese Angebote nutzen. Dies zeigt, wie wichtig flexible, lokal verankerte Bildungsmodelle sind, wenn administrative, rechtliche oder infrastrukturelle Hürden den Schulbesuch verunmöglichen.
Schüler*innen und Absolvent*innen von berufspraktischen Kursen wurden 2025 befragt, wie sich die Bildungsangebote auf ihr Leben auswirkten. Mehrere hundert Teilnehmende nahmen mehr Stabilität im Alltag und eine klarere Orientierung wahr. Unterstützende Bezugspersonen – Lehrkräfte, Betreuungspersonen und Community Organizer – spielten dabei eine wichtige Rolle. Herausfordernd für die Alltagsplanung waren längere Wege zu Ausbildungsstätten, die wachsende Beeinträchtigung der Umwelt sowie organisatorische Anpassungen.
Insgesamt festigte das Programm einen Ansatz, der Zugang, Kontinuität und praktische Anwendbarkeit verbindet und Lernende dabei unterstützt, Kompetenzen zu entwickeln, die in ihrem Alltag und in ihren Gemeinschaften unmittelbar wirksam werden.

CHF 193’000
Mission 21
Evangelisches Missionswerk Basel
Postfach 270
Missionsstrasse 21
4009 Basel, Schweiz
Tel.: +41 (0)61 260 21 20
info@mission-21.org
Spendenkonto Schweiz:
IBAN: CH58 0900 0000 4072 6233 2
Steuerbefreiungsnummer:
CHE-105.706.527
Spendenkonto Deutschland:
Sparkasse Lörrach-Rheinfelden
Swift-BIC: SKLODE66
BLZ: 683 500 48
IBAN: DE39 6835 0048 0001 0323 33
Konto Nr. : 1032333