Konflikt in Kamerun: Unterstützung Vertriebener ist dringend notwendig

In Kamerun sind über 500'000 Menschen auf der Flucht. Der Grund sind politische Auseinandersetzungen, die mit Waffengewalt ausgetragen werden. Koordinator Lumumba Mukong informierte am 3. Februar in einem Online-Austausch über die Lage vor Ort und über die Fortschritte und Herausforderungen in unserem Programm für Nothilfe und Wiederaufbau.

Die Lage der Vertriebenen in Kamerun ist prekär. Lumumba Mukong, Koordinator von Mission 21 in Kamerun, sagt: «Sie brauchen Wasser, Nahrung und Medikamente, aber auch psychosoziale Unterstützung». Seit 2016 eskaliert in Kamerun ein Konflikt zwischen der Zentralregierung und den englischsprachigen Regionen Südwest und Nordwest. Bewaffnete Überfälle sind seither an der Tagesordnung. Leidtragende sind die Menschen aus der Zivilbevölkerung, von denen viele vor der Gewalt fliehen müssen.

Lebensnotwendige Güter

Lumumba Mukong berichtet von einem Dorf, in dem Häuser angezündet wurden und Menschen verbrannten. Wer konnte, floh. «Als die Menschen zurückkehrten, trafen sie auf Verwüstung. Es gab keine sanitären Anlagen mehr, kein Trinkwasser, kein Dach über dem Kopf».

In dieser Situation unterstützt Mission 21 in Zusammenarbeit mit dem «Ecumenical Relief and Rehabilitation Program» (ERRP) die Vertriebenen. Mit Erfolg: Innert eines Jahres wurden über 60'000 Menschen mit lebensnotwendigen Gütern versorgt, etwa mit Wasser, Nahrung und Hygieneartikeln. In vielen Fällen reichte die Unterstützung auch über erste Nothilfemassnahmen hinaus. 51 intern Vertriebene konnten an einem Trainingsprogramm für den Aufbau einer beruflichen Selbständigkeit teilnehmen.

Die Menschen brauchen mehr als Wasser und Nahrung

Zentral ist auch die psychosoziale Begleitung der Vertriebenen. Angelika Weber, Programmverantwortliche für Kamerun bei Mission 21, sagt: «Viele der Vertriebenen haben stark traumatisierende Situationen erlebt. Massnahmen wie zum Beispiel Bildungsangebote bringen diesen Menschen erst etwas, wenn sie einen Umgang mit den traumatischen Erlebnissen finden konnten.» Zentren zur Unterstützung von traumatisierten Menschen in Bamenda, Bafoussam und Kumba sind daher ein wichtiger Teil der Arbeit von Mission 21 und ihrer Partner vor Ort.

Kooperationen mit der lokalen Kirche und der UNO

Alle Vertriebenen zu erreichen, sei für keine Institution möglich, sagt Lumumba Mukong. Die Corona-Pandemie erschwert und verteuert die Arbeit vor Ort. Umso wichtiger ist es, in Kooperation mit verschiedenen Partnern am Ball zu bleiben. Mission 21 arbeitet in Kamerun unter anderem mit ihrer Partnerkirche PCC und mit der UNOCHA zusammen, der UNO-Organisation für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten.

Weitere Unterstützung ist dringend notwendig

Weitere Unterstützung ist dringend notwendig, ein Ende der Krise ist noch nicht in Sicht. Mission 21 rechnet für die Nothilfe im Bereich der Grundversorgung (Wasser, Nahrung, Gesundheitsversorgung und Obdach) mit einem Bedarf von rund 150'000 Franken für das Jahr 2022, im Bereich Wiederaufbau (Bildung für vertriebene Kinder und Erwachsene und psychosoziale Unterstützung) mit einem Bedarf von 110'000 Franken.

Text: Miriam Glass, Mission 21

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