Südsudan, Friedensförderung

Friedens- und Versöhnungsarbeit, Stärkung von Frauen und Jugendlichen

Projektsumme: CHF 155'000
Projektnummer: 179.1003

Der Südsudan wird seit 2013 und insbesondere 2016 erneut von einem schweren Konflikt heimgesucht. In diesem Kontext spielen Friedensförderung und Versöhnungsarbeit eine zentrale Rolle. Die Kirchen sind heute die wichtigsten und vielleicht einzigen Institutionen im Land, die Versöhnung in der gespaltenen Gesellschaft herbeiführen können. Mission 21 unterstützt das Engagement ihrer Partnerkirche, der Presbyterianischen Kirche des Südsudan (PCOSS). Die Projektarbeit fördert den Aufbau gewaltloser und gerechter Beziehungen über ethnische und religiöse Grenzen hinweg. Gleichzeitig werden Trauma- und Versöhnungsarbeit geleistet, damit die Menschen Wege finden, mit ihrem Erlebten umzugehen, ohne mit erneuter Gewalt zu reagieren.

Hintergrundinformationen

Der Südsudan hat 2011, nach langanhaltendem Bürgerkrieg, die Unabhängigkeit vom Sudan erlangt. Seit dem politischen Konflikt von 2013 kam es erneut zu brutalen Massakern an der Zivilbevölkerung, wobei Millionen von Menschen vertrieben wurden. Anlass für Konflikte ist nebst den politischen Fragen auch der Kampf um Ressourcen. Da die die südsudanesische Regierung nicht mehr agieren kann und will, ist die Kirche zur Zeit die wichtigste Institution im Land. Die Presbyterianische Kirche unterstützt die Friedens- und Versöhnungsarbeit. Sie fokussiert dabei auf die Stärkung von Frauen und Jugendlichen. Erfahrungen haben gezeigt, dass Frauen eine wichtige Rolle in der Friedensförderung einnehmen. Es ist zentral, ihre Stimme im von Männern dominierten Südsudan hörbar zu machen und ihre Stellung in der Gesellschaft zu stärken. Vor dem Hintergrund, dass etwa 45 Prozent der Bevölkerung unter 14 Jahre alt sind und Kinder und Jugendliche mit am stärksten von gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen sind, fokussiert die PCOSS zudem auf die Stärkung von Jugendlichen.

Projektziele

Ziel der Friedensarbeit der PCOSS ist es, die Fähigkeiten der Zielbevölkerung betreffend Friedens- und Versöhnungsarbeit zu stärken sowie psychosoziale Unterstützung zu bieten.

Zielgruppe

Bei der Friedens- und Versöhnungsarbeit werden alle Ethnien berücksichtigt und miteinbezogen. Ausserdem werden Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten angesprochen. Ein besonderer Fokus liegt auf Frauen und Jugendlichen.

Aktivitäten

Methodisch setzt die Partnerorganisation auf das Prinzip des «Training of trainers»: Es werden Kursleitende ausgebildet. So wird Wissen weitergetragen und deutlich weitere Kreise der Bevölkerung werden erreicht.

  • «Training of trainers» in Friedensarbeit und psychologischer Unterstützung für die Bevölkerung des Südsudans und die Mitglieder der Partnerorganisationen

  • Aufbau einer starken Kernstruktur der Partnerorganisationen

  • Führungstrainings für Frauen und Jugendliche

  • Aufbau von Strukturen, um die Friedensarbeit auf nationaler und regionaler Ebene zu ermöglichen

  • Erarbeitung internationaler, nationaler und regionaler Friedens- und Advocacy-Initativen

Projektfortschritt

In den Trainings werden gewaltfreie Konfliktlösung sowie Möglichkeiten zur Versöhnung besprochen. Teilnehmer werden ermutigt, sich über ethnische Grenzen hinweg versöhnlich zu zeigen.

Inzwischen ist die Erkenntnis gewachsen, dass ohne ein friedliches Miteinander auf allen Ebenen ein Friedensabkommen nicht zustande kommen kann. In den letzten Jahren wurden den lokalen Partnern immer wieder Trainings im Bereich der psychosozialen Unterstützung angeboten, die sie gern angenommen haben. Denn nur wer selbst sein Trauma als solches akzeptiert hat und es aufarbeiten kann, kann auch anderen psychosoziale Unterstützung bieten.