Impulse für die Praxis: Gemeinsam gegen Gewalt

Geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt ist weltweit verbreitet – zunehmend auch im digitalen Raum. Bildungsorte wie Schulen und Kirchgemeinden tragen bei der Prävention, der Stärkung von Handlungskompetenz und dem Schaffen sicherer Räume eine besondere Verantwortung – auch in der Schweiz. Der bewusste Einsatz für Schutz und Menschenrechte braucht Orientierung, Wissen und Übung. Mit unseren Bildungsangeboten liefern wir Ihnen traumasensible Ansätze und Ideen für Unterricht und Erwachsenenbildung.

Wie mit Kindern und Jugendlichen über Gewalt sprechen?

Die pädagogische Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt ist äusserst relevant. Entscheidend ist dabei ein traumasensibler und altersgerechter Zugang innerhalb eines geschützten Lernumfelds.

  • Information und Reflexion: Die Lernenden erhalten sachliche Informationen zu verschiedenen Gewaltformen und haben Gelegenheit, Fragen zu stellen sowie gesellschaftliche Zusammenhänge zu reflektieren.
  • Strikte Freiwilligkeit: Persönliche Erfahrungen dürfen geteilt werden, aber die Beteiligung muss stets freiwillig bleiben.
  • Achtsame Leitung: Lehrpersonen sind gefordert, aufmerksam zuzuhören, nicht zu drängen und Grenzen ernst zu nehmen.
  • Gemeinsame Lösungen: Ziel ist ein vertrauensvolles Klima, in dem Gewalt benannt, als Unrecht erkannt und konkrete Präventions- und Handlungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet werden.
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kampagne 2026 porträt taty p. suandi

Fotostory: Ein Ort für neue Hoffnung

Taty P. Suandi ist klinische Psychologin auf der indonesischen Insel Java. In einer Fotostory nimmt sie uns mit in das Pasundan Durebang («Haus meiner Schwester») der evangelischen Pasundan-Kirche.
Die Bilder geben Einblicke in ihre Arbeit und ihr Engagement gegen Gewalt an Frauen und Kindern. Wir sehen Orte der Ruhe und des Schutzes, wie ein kleines Zimmer im Zentrum in Bandung, und erfahren von der motivierenden Kraft kleiner Gesten – wie den aufmunternden Botschaften an der Pinnwand.

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Präsentation zur Fotostory (PPT)

Eine Unterrichtslektion: Stopp Gewalt

Das Projekt «Pasundan Durebang Center» eignet sich gut für eine Unterrichtseinheit zum Thema «Überwindung von Gewalt» in der Sekundarstufe, aber auch schon im Zyklus 2 der Primarstufe. Eine 90-minütige, interaktive Lektion könnte drei Schritte umfassen:

  1. Indonesien und das Zentrum – eine Spurensuche: Die Jugendlichen sammeln Quizfragen zu einem faszinierenden Land und lernen anhand einer Fotostory das Durebang Center in Bandung kennen.
  2. Stop der Gewalt – was können wir tun? Anhand der Geschichte der Psychologin Taty P. Suandi und zwei einfachen Gesten (die abwehrende und die tragende Hand) diskutieren die Jugendlichen, welche Unterstützung Menschen brauchen, die von Gewalt betroffen sind.
  3. Unterstützung nach belastenden Erfahrungen: Die Jugendlichen tauschen sich über Begriffe, Bilder und eine biblische Geschichte aus, die in kritischen Situationen aufbauen können.
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Frauenrechte und gesellschaftlicher Wandel

Die Soziologin Raysa Díaz Romero arbeitet in Peru bei Flora Tristán, einer Partnerorganisation von Mission 21, die für Frauenrechte und gegen Gewalt kämpft. Erfahren Sie im Interview, wie eine junge Generation den sozialen Wandel prägt. Für Raysa Díaz ist klar: «Wenn du Feministin bist, willst du die Welt verändern».

Zur weiteren Vertiefung stehen drei eindrückliche Kurz-Dokumentarfilme zur Verfügung, die den Kontext der Arbeit von Flora Tristán und die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen beleuchten:

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Spirituelle Impulse für Gottesdienste und Andachten

Thematisieren Sie die Überwindung von Gewalt und Unterdrückung in Ihrem Gottesdienst. Bildmeditationen, Bibelauslegungen und Gebete bieten Impulse aus Partnerkirchen und Partnerorganisationen für den Schutz und die Stärkung von Menschen.

Bildmeditation: Das Magnificat

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© Timur Indyah Poerwowidagdo, Magnificat I (2009)

Eine Frau im roten Kleid nimmt sich den Raum: In einer tänzerischen Bewegung streckt sie ihre Arme weit aus. Ihr blaues Tuch hat sie von den Schultern genommen und wie ein Segel ausgebreitet. Aufrecht entfaltet sie ihren Tanz und ihr Lied. Es ist Maria, die Mutter Jesu, die ihr Magnifikat singt.

Das Bild der indonesischen Künstlerin Timur Indyah Poerwowidagdo (geb. 1941) verdeutlicht, woher Maria ihren Schwung und ihre Kraft schöpft. Die Künstlerin macht dies durch ein Symbol sichtbar: eine rote Spirale. Maria erkennt ein Licht, das ihr aufgeht wie die Sonne. Sie geht einen Weg, der sich vor ihr auftut wie ein Pfad aus dem Labyrinth.

Über ihrem Leben steht Gottes Zusage wie ein Heiligenschein. In einer Kreis(el)bewegung spürt sie Gottes Kraft. Sie lässt den Stillstand hinter sich, die Erstarrung löst sich, denn mit Gottes Rückenstärkung verändern sich die strukturellen Machtverhältnisse.

Selbstbewusst geht Maria in die Zukunft und nimmt ihren Platz ein: «Meine Seele lobt Gott, und mein Geist jubelt über Gott, meine Rettung, denn Gott hat mich und meine Situation angesehen.» (Lukas 1,46-48)

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Bibelauslegungen neu gelesen

Feministische Theologie verbindet biblische Texte direkt mit der heutigen Realität und dem weltweiten Einsatz gegen strukturelle und häusliche Gewalt.

  • Maria und Martha: Ruth Vindas aus Costa Rica liest Lukas 10,38-42 vor dem Hintergrund von Gewalterfahrungen in Lateinamerika.
  • Jakobs Kampf am Jabbok: Ira Imelda aus Indonesien verbindet die Geschichte aus 1. Mose 32,23-33 mit dem Engagement gegen Gewalt in ihrer Heimat.
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Gebete und Lieder: Stimmen aus aller Welt

«Meine Eltern haben mir als Kind beigebracht, dass es dich, Gott, gibt. Ich habe dich nie gesehen, aber ihr Glaube hat mir gesagt, dass du mich kennst und weisst, was ich durchmache.

Jetzt gibt es nur noch mich und dich. Ich weiss nicht, was morgen geschehen wird, heute Nacht, in einer Stunde, nicht einmal in ein paar Minuten. Ich weiss, dass ich grosse Angst habe vor allem und allen ...»

Dieses Gebet gibt Einblick in die Erfahrungen einer jungen Frau in einem fremden Land und stammt aus dem Basler Gebetbuch «Du weisst, wer wir sind». Darin finden sich auch berührende Gebete aus Äthiopien, Myanmar, Kolumbien und vielen weiteren Ländern.

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Interreligiöser Dialog: Der Live-Talk für Konf-Gruppen

Respekt und friedliche Begegnungen zwischen Religionen sind eine starke Basis, um Konflikte und Gewalt zu verhindern. Holen Sie diesen Dialog interaktiv und authentisch in Ihren Unterricht: Unsere Schweizer Jugendbotschafterinnen Nina und Rahel nahmen am «International Youth Interfaith Camp» in Indonesien teil. In einem kostenlosen, 20-minütigen Live-Talk berichten sie direkt in Ihrer Konf-Gruppe von ihren Erlebnissen und beantworten die Fragen der Jugendlichen. Durch diesen gemeinsamen Dialog können Vorurteile abgebaut werden und es wird greifbar, warum ein friedliches Zusammenleben über Religionsgrenzen hinweg uns alle betrifft.

«Die erlebte Diversität am Camp hat mich bestärkt, Andersartigkeit bewusster wahrzunehmen. Es ist mir noch wichtiger geworden, andere Perspektiven offen anzuhören und gleichzeitig meine eigenen Ansichten zu vertreten.»

– Nina, Jugendbotschafterin

«So viele junge Menschen setzen sich in Indonesien aktiv für interreligiösen Dialog ein. In der Schweiz ist das Zusammenleben verschiedener Religionen genauso aktuell – aber kaum ein Thema unter jungen Menschen.»

– Rahel, Jugendbotschafterin

Alle Materialien auf einen Blick

Hier finden Sie alle weiterführenden Downloads und Arbeitsmaterialien, passend zu den Seiten 12 bis 14 im Ideenheft der Kampagne 2026.

Gemeinsam gegen Gewalt

Schützen. Stärken. Verändern.

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