Kamerun

Kamerun liegt an der Schnittstelle zwischen dem englischsprachigen Teil Westafrikas und dem französischsprachigen Zentralafrika. Dies spiegelt sich in einem reichen und von unterschiedlichen Einflüssen geprägten kulturellen Erbe wieder.

Seit einiger Zeit führen verschiedene Faktoren in Kamerun zu zunehmender Instabilität im Land: Seit 2016 eskaliert in Kameruns Südwesten ein Konflikt, der aus der politischen Unterdrückung der englischsprachigen (anglophonen) Minderheit entstanden ist. Die Krise forderte bisher rund 2000 Tote und trieb über eine halbe Million Menschen in die Flucht. Zudem verübt die islamische Terrormiliz Boko Haram im Norden Angriffe und im Osten suchen Vertriebene aus dem Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik Schutz. Die Wahlen im Oktober 2018 führten trotz erheblicher Zweifel am Wahlergebnis zu einem weiteren Mandat von Langzeitpräsident Paul Biya; der Oppositionsführer wurde wenige Monate danach verhaftet.

 

Nothilfe im Konfliktgebiet

Mission 21 unterstützt insbesondere die Bevölkerung im englischsprachigen Südwesten Kameruns mit Projekten in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Existenzsicherung.

Um unmittelbare Nothilfe im Kontext der anglophonen Krise zu leisten, hat Mission 21 2018 ein Nothilfeprogramm lanciert.Neben den regulären Projekten leisten wir Nothilfe und Wiederaufbau in den anglophonen Regionen, gemeinsam mit zwei Kirchen und mehreren Nichtregierungsorganisationen.

Die kamerunischen Kirchen und lokale NGOs haben grosses Potential zur Eindämmung des Konflikts und zur Unterstützung der notleidenden Menschen, da sie in der Bevölkerung verankert und akzeptiert sind. Das Nothilfe- und Wiederaufbauprojekt von Mission 21 nutzt dieses Potential zum Aufbau eines umfassenden, nachhaltigen humanitären Hilfsprogramms, gemeinsam mit internationalen Organisationen wie der UN-OCHA und dem Internationalen Roten Kreuz (ICRC). 

► Hintergründe zur anglophonen Krise

Existenzsicherung

Ein breites Angebot an Kursen, Weiterbildungen und Workshops vermittelt Wissen zu Einkommensförderung, zum Beispiel mit Computerkursen oder nachhaltigem Anbau. Mit den erworbenen Fertigkeiten und Kenntnissen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Einkommen ihrer Familien nachhaltig steigern und ihre finanzielle Abhängigkeit vermindern. Die Projektaktivitäten werden zur Zeit durch den Konflikt im englischsprachigen Teil Kameruns stark beeinträchtigt.

 

Bildung

Mission 21 ist überzeugt davon, dass eine fundierte Ausbildung in Theologie dabei helfen kann, soziale Spannungen unterschiedlicher Natur zu überwinden. Im Vordergrund steht dabei ökumenische Offenheit unter Miteinbezug lokaler Traditionen. Die Bildungsprojekte tragen dazu bei, innerhalb des Landes eine friedliche Diskussion über unterschiedliche Werte zu gewährleisten. Die Teilnehmenden setzen sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen und Glaubensfragen auseinander und können aktiv zur Lösung von Problemen beitragen.

 

Gesundheit

Die staatlichen Gesundheitsstrukturen sind in Kamerun nur schwach ausgebaut. In den Projekten von Mission 21 und ihren Partnern steht daher die medizinische Grundversorgung in ländlichen Gebieten im Vordergrund. Auch die medizinische Basisversorgung in Vertriebenenlagern gehört dazu. Ein weiterer Fokus liegt auf der Betreuung von Menschen die mit dem HI-Virus leben, sowie allgemeinen Aufklärungskampagnen zum Thema HIV und Aids.

 

Partner vor Ort

Für die erfolgreiche und professionelle Erarbeitung und Umsetzung der Projekte sind verlässliche und lokal verankerte Partner von zentraler Bedeutung. Im Falle von Kamerun handelt es sich dabei um die "Presbyterianische Kirche in Kamerun" (PCC), mit der Mission 21 bereits eine langjährige Beziehung pflegt, sowie der "Protestant University of Central Africa" (PUCA) und "Aid International Christian Women of Vision" (AI-ChrisWov). Für das Programm „Nothilfe und Wiederaufbau in Kamerun“ arbeitet Mission 21 zusätzlich mit der Baptistischen Kirche, diversen lokalen NGOs und der UN-OCHA zusammen (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten).

Der stetige Austausch und die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen stellen sicher, dass die Projekte den Bedürfnissen der Menschen vor Ort entsprechen. Mit Lumumba Mukong verfügt Mission 21 über einen Koordinator, der die Projekte in Kamerun betreut. Er hat in England Agrarökonomie studiert und sammelte danach bei mehreren NGOs in Kamerun Arbeitserfahrung.

Die Zusammenarbeit von Mission 21 und ihren Partnerorganisationen hat zum Ziel, den Menschen in Kamerun ein Leben in Würde zu ermöglichen und besonders in der angespannten Situation konkrete Hilfeleistungen zu erbringen. Bei allen Schwerpunkten werden seit Ausbruch der Unruhen auch Binnenflüchtlinge mit in die Aktivitäten einbezogen.