Konkret und aktuell: Der Einsatz der Kirchen für den Frieden

Diese Menschen wissen, wovon sie sprechen, wenn es um Krieg und Frieden geht: Auf dem Podium von Mission 21 sassen am Samstagnachmittag Persönlichkeiten aus dem Südsudan, aus Nigeria, Kamerun und Indonesien. Sie alle unterstrichen die Rolle der Kirchen in der Friedensförderung.

Fidon Mwombeki fasste das Thema eines ganzen Nachmittags in einfache Worte: "Die Menschen vertrauen den Kirchen. Denn die Kirchen sind – zumindest in Afrika - überall präsent und verankert", sagte er am Freundschafts- und Begegnungstag von Mission 21 am Samstag, den 29. Juni in Basel. "Daher spielen die Kirchen eine wichtige Rolle, wenn es um die Friedensförderung geht."

Arbeit für den Frieden

Fidon Mwombeki ist Generalsekretär der "All Africa Conference of Churches". In seinem Amt repräsentiert er 169 afrikanische christliche Kirchen mit 120 Millionen Kirchenmitgliedern. Nicht alle leben in Krisenregionen. „Es gibt das Image, Afrika stehe in Flammen“, sagte Mwombeki auf dem Podium von Mission 21. "In der Realität haben wir weniger Konflikte als je. Doch in den Gegenden, wo es Konflikte gibt, müssen wir am Frieden arbeiten."

Wie sieht diese Arbeit am Frieden aus, und welche Rolle können die Kirchen dabei spielen? Wie kann Mission 21 diese Kirchen in Konfliktregionen stärken? Diese Fragen waren das Thema am Freundschafts- und Begegnungstag. Sie wurden von Podiumsgästen aus dem Südsudan, aus Kamerun, Nigeria und der Schweiz diskutiert. (Detaillierte Angaben zu allen Rednerinnen und Rednern gibt es im Veranstaltungsflyer)

Informationen aus unterschiedlichen Kontexten

Die Podiumsgäste brachten Informationen und Geschichten aus ganz verschiedenen Kontexten ein: So berichtete Joel Billi, Präsident der nigerianischen Kirche der Geschwister, von der schwierigen Situation im Nordosten Nigerias. Die islamistische Terrormiliz Boko Haram bedroht dort sowohl Christinnen und Christen als auch gemässigte Musliminnen und Muslime.

Henriette Lebang, Präsidentin des reformierten Kirchenbundes in Indonesien (PGI), berichtete, wie die verfassungsmässig garantierte Religionsfreiheit in Indonesien unter Druck radikaler Gruppierungen gerät. Sie stellte Lösungsansätze vor: "Die Probleme im Land, seien das Fundamentalismus, Umweltprobleme oder Armut, können nicht von den Kirchen allein gelöst werden. Wir arbeiten daran, vertrauensvolle Beziehungen zwischen verschiedenen Gruppierungen aufzubauen, besonders auch über Religions- und Glaubensgrenzen hinweg. Nur wenn wir Herausforderungen gemeinsam angehen, können wir Erfolg haben."

Glaube an die Menschenrechte

Sonya Elmer Dettelbacher war die Schweizer Vertreterin auf dem Podium. Sie ist Programm-Managerin im Arbeitsbereich "Religion, Politik, Konflikte" in der Abteilung Menschliche Sicherheit des Bundes und war damit die einzige nicht-kirchliche Rednerin. Dennoch verglich sie ihre Abteilung mit einer "Faith based organisation": In ihrem Arbeitsumfeld gelte der Glaube an die Menschenrechte. Sie anerkannte die Rolle von Kirchenvertreterinnen und Kirchenvertretern in der Friedensarbeit und plädierte dafür, das Bewusstsein für deren Einfluss zu stärken.

Im Anschluss an die einleitenden Referate konnten die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in kleineren Gruppen mit den Referierenden vertieft diskutieren. Die lebhaften Gespräche gingen im Anschluss im Garten des Missionshauses weiter.

Text: Miriam Glass, Mission 21

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