Nigeria, Kooperationsprogramm

Kooperationsprogramm Nigeria

Projektsumme: CHF 562'000
Projektnummer: 162.1001

Durch eine gebündelte Landesstrategie werden die einzelnen Projekte und deren Wirkung verstärkt. So sind innerhalb des Kooperationsprogramms von Mission 21 alle Projekte in Nigeria auf gemeinsame Ziele ausgerichtet. Ihre Spende für das Kooperationsprogramm fliesst in jene Projekte in Nigeria, in denen das Geld am dringendsten benötigt wird. Über- oder Unterfinanzierungen werden so reduziert.

Hintergrundinformationen

Seit Dezember 2016 hat die Terrororganisation Boko Haram ihre territoriale Kontrolle im Nordosten Nigerias weitgehend aufgeben müssen. Dennoch verfügt sie über die Mittel, um Terroranschläge, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschheit zu verüben. Insgesamt sind in der Region des Tschadsees rund 17 Millionen Menschen von der Krise betroffen.

Rund 2,6 Millionen Menschen im Nordosten mussten flüchten. Ende 2017 gab es rund 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge. Rund 8,5 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, 2,6 Millionen sind mit Nahrungsmittelknappheit konfrontiert und 1,2 Millionen mangelernährte Kinder, schwangere und stillende Frauen benötigen Hilfe.

Betroffen ist vor allem der Nordosten Nigerias, die Heimat der Kirche der Geschwister in Nigeria (EYN), Partnerkirche von Mission 21. Die EYN nimmt sich der Versorgung der Vertriebenen an. 2015 hat Mission 21 ein Nothilfeprojekt lanciert, um die Lebensbedingungen der betroffenen Menschen zu verbessern. Neben den Nothilfemassnahmen verfolgt Mission 21 in Nigeria gemeinsam mit ihrer Partnerkirche eine langfristige Strategie: Die Projekte in den Bereichen interreligiöse Friedensarbeit, Bildungsarbeit, Frauenförderung, Einkommenssteigerung und landwirtschaftliche Entwicklung sollen die nigerianische Gesellschaft nachhaltig verändern. Armut, Ausgrenzung und Ungleichheit bilden den Nährboden für Extremismus und sollen durch die Aktivitäten von Mission 21 verringert werden.

Seit Oktober 2015 arbeitet Dr. Yakubu Joseph als Landeskoordinator von Mission 21 in Nigeria. Dr. Yakubu Joseph ist promovierter Soziologe und hat an der Universität Tübingen als wissenschaftlicher Mitarbeiter am geographischen Institut gearbeitet. Zu seinen Aufgaben als Landeskoordinator gehören die Begleitung und technische Unterstützung der Partnerorganisationen. Zusätzlich ist Yakubu Joseph für die Qualitätssicherung vor Ort zuständig und berät Partnerorganisationen in Afrika im Bereich der Friedensförderung und Sicherheit.

Projektziele

  • Die Lebensbedingungen der vom Konflikt betroffenen Menschen (z.B. Binnenflüchtlinge und Rückkehrer-Familien) sind verbessert.

  • Der Dialog zwischen Christen und Muslimen und gemeinsame Aktivitäten tragen zu einer friedlichen Koexistenz der beiden Religionsgruppen bei.

  • Die Auswirkungen von HIV und Aids sind reduziert, sowohl für direkt Betroffene als auch für deren Angehörige und Kommunen.

  • Frauen sind wirtschaftlich und gesellschaftlich gestärkt und gestalten kirchliche und gesellschaftliche Veränderungsprozesse mit.

  • Die natürlichen Lebensgrundlagen der beteiligten Menschen werden nachhaltig genutzt und die Menschen verfügen über adäquates Wissen zur Verwendung von Medizinalpflanzen.

  • Die Kompetenz der Partnerorganisationen ist gestärkt und die Qualität und Resultate der von ihnen verantworteten Projekte verbessert.

  • Das Kooperationsprogramm Nigeria zeigt Wirkung durch verbesserte Lebensbedingungen und gesicherte Lebensgrundlagen der beteiligten Menschen.